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Chronologie des Stuttgarter Luftschutzes WK II

Auf der Planie warb der Reichsluftschutzbund mittels einer aufgestellten Bombenattrappe und dem Leitspruch: Ein Volk – eine Gefahr – eine Abwehr. Das waren die ersten erkennbaren Merkmale für den herannahenden Krieg.
Im Oktober 1937 gab es eine Parade aller Luftschutz Einheiten auf dem Cannstatter Wasen. 1 1/2 Stunden lang zeigten die Einheiten dem anwesenden Stuttgarter Polizeipräsidenten ihr Können. Die Technische Nothilfe betätigte sich als Gasspürer, das DRK stellte sich als Entgiftungstrupp vor und der SHD (Sicherheits-und Hilfsdienst) zeigte die Bergung von Eingeschlossenen.  Es gab nur keine Luftschutzräume.
1.- 3. Dezember 1937 In einer mehrtägigen Luftschutzübung wird die Verdunklung der Stadt ohne Verkehrsunterbrechung geprobt. Es sollte vor allem die Verdunkelung geübt werden, und die Menschen sollten sich an die dunklen Straßen gewöhnen. Der Werkschutz aller Betriebe übte die Brandbekämpfung. Das Szenario wurde noch vervollständigt durch Probeschüsse von Flakgeschützen auf dem Burgholzhof.

Anfang 1938 hatte das Polizeipräsidium 2248 Personen für den SHD erfasst. Dazu zählten noch rund 180 Gefolgschaftsleute der TWS
Es gab eine erste Kampagne: "Jedem Volksgenossen seine Gasmaske." Am 30.Juli gibt es dazu einen Propagandamarsch  für die VM 37

14. September 1938 Nach einer Verdunklungsübung konnte fast kein Lichtpunkt von der Stadt ausgemacht werden.

Ab 19. August 1939  ist die Großalarmanlage fertig geworden. Es wird immer samstags die Sirenensignale „Fliegeralarm“ und „Entwarnung“ ab diesem Zeitpunkt geprobt.

25. August 1939 Das Landesamt für Denkmalpflege erlässt Anweisungen wie Kunstwerke zu schützen sind.

Ab 28. August 1939 wurde die Straßenbeleuchtung für 5 ½ Jahre abgeschaltet. Nachts herrscht nun das fahle Blaulicht von 400 Richtlampen

29. August 1939  Das Stuttgarter Amtsblatt vermittelte in Wort und Bild Maßnahmen zum Luftschutz.

Zur besseren Orientierung wurden Stämme der Bäume an Straßenkreuzungen mit weißer Farbe gestrichen, damit man sich bei Dunkelheit besser orientieren konnte. Erstmalig werden Lebensmittelkarten verteilt

30. August 1939 Der Polizeipräsident Schweinle befiehlt Luftschutzbereitschaft 
ab 1. September Kriegsbeginn
Mit Beginn des Krieges wurden alle Bauarbeiten die nicht dem Luftschutz dienten eingestellt.Der Betrieb von Fabriksirenen und Dampfpfeifen wird verboten.
14. September 1939 Bedeutende Denkmäler wie die Grafenstandbilder in der Stiftskirche  oder der Kreuzigungsgruppe bei der Leonhardskirche werden gegen Bombengefahr gesichert. Bis 8.Februar 1940 sind in Stuttgart 246.000 Volksgasmasken ausgegeben worden.
30. Oktober 1939 Der Polizeipräsident fordert die Bevölkerung auf, bis spätestens 10. November die häuslichen Schutzräume fertig zu stellen.
21. Dezember 1939 OB Strölin empfiehlt nach den Erfahrungen des Bombenkrieges in Warschau, die anstoßenden Keller zu verbinden
9. März 1940   Bei der Stadtverwaltung wird ein Luftschutzamt eingerichtet. Zum Leiter wird wird Oberinspektor Wilhelm Steinbach ernannt.
Februar 1940  waren in Stuttgart 246.000 Volksgasmasken verteilt.
12. März 1940
Um den häuslichen Luftschutz zu verbessern, wird angeordnet, dass Brandmauerdurchbrüche hergestellt werden und bei einem Bauwich müssen Tunnelverbindungen hergestellt werden. Aneinandergereiht ergaben diese Tunnel eine Länge von 32 Kilometer. Zum Schutz vor Tiefflieger wurden an verschiedenen Stellen der Stadt Seilsperren gespannt. Dies gab es unter anderem beim Untertürkheimer Mönchsberg bis zur Wangener Höhe. In vertikaler Höhe wurden im Abstand von ca. 5 m 12 Seile gespannt. Eine weitere Seilsperre befand sich über der Heilbronner Straße vom Burgholzhof  bis auf die Feuerbacher Seite
28. Mai 1940 Der aufgrund des Kriegsbeginns vorzeitig geschlossene Killesberg-Park wird wieder geöffnet. Es fand dort eine Luftschutzausstellung des RLB statt.
 
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Werbeblatt für die Volksgasmaske
VM 37 im Jahre 1938


Bis Februar 1940 waren in Stuttgart 246.000 Volksgasmasken verteilt worden