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Die medizinische Versorgung beim Luftschutz

Um eine ausreichende Versorgung in medizinischer Hinsicht sicherzustellen, wurden für Verletzte durch Luftangriffe ein breites Netz an Rettungsstellen in Stuttgart aufgebaut. Die Mindesanforderung an die baulichen Gegebenheiten war, dass sie splitter-, trümmer- und gassicher sind. Sie sollten die Krankenhäuser von einem Ansturm von Patienten bewahren und die erste Anlaufstelle von Verwundeten sein. In den Luftschutzrettungsstellen gab es am 20. Oktober 1939 in Stuttgart 130 Betten  dafür. Eine Luftschutzrettungsstelle war mit einem Luftschutz-Arzt, zwei Krankenschwestern und einigen Helfern personell ausgestattet, die eine erste Hilfe leisten sollten.
Da man auch mit Gasangriffen rechnete, waren in den Rettungsstellen Vorsorge getroffen worden, um kampfstoffvergiftete Personen von nicht vergifteten Personen zu trennen, um bei dem geringsten Verdacht entsprechend handeln zu können. Zu diesem Zweck wurden Duschmöglichkeiten installiert. Es hätte weitreichende Konsequenzen gehabt, wenn schon ein kontnimiertes Kleidungsstück in den Bunker gelangt wäre.

Krankenhäuser
Die Wehrmacht hat zu Beginn von 1940 in Stuttgart 1400 Krankenbetten  requiriert, darunter das komplette Cannstatter Krankenhaus. Für die Bevölkerung wurden vier Hilfskrankenhäuser mit 800 Betten eingerichtet (Friedrich List Heim, Uhland-Oberschule, Brenzhaus, Furtbachhaus).
Das Katharinenhospital und das Cannstatter Krankenhaus erhielten einen OP Bunker und einen Bettenbunker, in dem Kranke luftschutzgeschützt operiert und gepflegt werden konnten.

Dem Bethesda Krankenhaus, während der NS Zeit zum Albrecht Krankenhaus umbenannt, wurde 1941 vom Reichsgauleiter die Auflage erteilt, einen Bunker zu bauen, damit dort Operationen und Entbindungen stattfinden konnten. Während der Juliangriffe 1944 überlebten dort 2000 Schutzsuchende während eines heftigen Angriffes. Der Stollen diente auch den umliegenden Anwohnern als Schutzraum.

Personen die eine Infektioskrankheit hatten, durften nicht in allgemeine Luftschutzräume. Für diese gab es in den Krankenhäusern abgetrennte Luftschutzräume für Infektionskranke. Bei einer Zusammenlegung von Gesunden und Infektionskranken, wäre eine Ansteckungsgefahr auf diesen engen Räumen viel zu gefährlich gewesen.

Einige Luftschutzrettungsstellen in Stuttgart

Stuttgart Mitte                         Neues Schloss, Nordflügeleingang
Stuttgart Mitte                         Friedrichstraße 23 a und b
Stuttgart Mitte                         Urbanstraße 18
Stuttgart West                        Schloßstraße 53c, Turnhalle
Stuttgart West                        Schickardschule
Stuttgart West                        Im Diakonissenbunker
Stuttgart West                        Hölderlinstraße 36
Stuttgart West                        Gewerbehalle Hegelplatz
Stuttgart Süd                          Heusteigstraße 105
Stuttgart Nord                         Unter der Martinskirche
Bad Cannstatt                        Wilhelma unter dem Palmengewächshaus
Bad Cannstatt                        Kreuznacher Straße 13
Obertürkheim                         Im Mirabellenstollen
Degerloch                              Erwin Bälz-Straße 62
Zuffenhausen                         Horst Wessel Schule, Hohensteinstraße
Feuerbach                              Wiener Straße 10
Wangen                                  Ulmer Straße 347, Gemeindehaus
Untertürkheim                         Lindenschulstraße 28, Lindenschule
Botnang                                  Schumannstraße 10
                                                Kniebisstraße 2, Josefsheim

 

 

Schwestern des Bethesda Krankenhaus am Eingang des Luftschutzstollen.