Beim Angriff am 15. auf den 16. März 1944 mit Schwerpunkt auf die Stuttgarter Innenstadt kam es bei der Belegung des Luftschutzstollens am Eingang Haldenstraße zu einem schweren Zwischenfall. Die Achse eines Kinderwagenrades brach beim Hinuntersteigen in den Stollen auf den Treppen. Dadurch stockte der Zustrom und es kam zu einer Panik, weil die Leute nicht mehr in den Stollen hereinkamen, obwohl der Angriff schon begonnen hatte. In dem dabei entstandenen Gedränge wurden in der Panik neun Menschen zu Tode erdrückt. Dies waren
Lina Sofie Emelie Scheffler *1880
Karoline Pauline Fahrion *1864
Wera Maliatnikowa *1885
Emelie Haigis *1894
Mina Frieda Seitz *1896
Martin Christian Keller *1931
Rudi Vohmann *1940
Ursula Sauselen *1941
Waltraud Sauselen *1941
Die Opfer wurden auf dem Steinhaldenfeld beigesetzt, die Kinder auf dem extra dafür vorgesehenen Kindergräberfeld.
Bei einem weiteren Kind (Waltraud Burr), das am Morgen auf dem Leichenkarren gelegt wurde, stellte man fest, dass es noch lebte. Es wurde zuerst ins Robert-Bosch-Krankenhaus und dann ins Victor-Köchel-Heim gebracht, wo es nach 9 Monaten entlassen wurde. Es hatte aber irreparable Schäden erlitten und starb an den Folgen 1948.
Im NS Kurier erscheint am 17.3.44 ein Artikel mit folgendem Text: "Beim Aufsuchen von Stollen Ordnung halten ... Stollenbesucher müssen sich vernünftig und kaltblütig verhalten, sonst wird es sehr leicht zu Unglücksfällen kommen, wie zum Beispiel durch ein plötzlich eintretendes Gedränge oder durch heftiges Nachdrängen der Außenstehenden entstehen können."
Der Verein strebt an, für die Kinder eine Gedenktafel zu spenden, wenn die Geschichte noch nähers recherchiert ist und diese evtl. auf den Gräbern auf dem Steinhaldenfeld oder am Bauwerk zu plazieren.