Bereits am 12. September 1933, wenige Monate nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, wurde eine Beratungsstelle für Luftschutzbauten im 1. Stock der Markthalle eingerichtet. Mit der Veröffentlichung des Luftschutzgesetzes am 26. 5. 1935 wurde für den Bau von Luftschutzräumen intensiv geworben. In der Stadt werden hohe rote Blechbomben auf hölzernen Sockeln mit der Aufschrift „Luftschutz tut not“ aufgestellt, die zum Bau von Luftschutzräumen und zur Entrümpelung des Dachbodens aufrufen.
Oberbaurat Richard Scheuerle wurde 1940 von Oberbürgermeister Karl Strölin in der Stadtverwaltung mit der Erstellung von Bunkern beauftragt. Ein Gremium legte verschiedene Standorte fest. Je nach Standort und den dortigen Gegebenheiten waren dort Tiefbunker oder Hochbunker vorgesehen. Die Pläne und Standorte der Hochbunker wurden mit Prof. Paul Bonatz abgesprochen, dem auf einer Rundfahrt auch alle erwogenen Standorte gezeigt wurden. Bonatz hatte nur geringe Änderungsvorschläge und war mit den Lösungen einverstanden. Auf seine Initative sollten die oberirdischen Luftschutzbauten mit Werkstein verkleidet werden, damit sie sich so besser in das Stadtbild integrieren. Bonatz war der Auffassung, daß die Gestaltung der Luftschutzhochbauten eine architektonisch und städtebaulich dankbare Aufgabe bietet. Trotz einer baulichen Vielfalt, gab es ein gewisses "Standartmodell" bei den Hochbunkern, das 9 mal in Stuttgart verwirklicht wurde. Es unterscheidet sich nur in der Anzahl der Sockwerke. Sie hatten alle ein Walmdach und eine quadratische Grundfläche.(z.B. Steinhaldenfeld, Wallmersiedlung, Wolfbusch)
Im August 1941 waren 21 Architekten unter der Aufsicht von Scheuerle mit den Planungen und Umsetzung für Luftschutzbauten beschäftigt. An den Bunkern waren zu diesem Zeitpunkt 797 deutsche Arbeiter und 887 Kriegsgefagene beschäftigt. Die Bauten reichten für ca. fünf Prozent der Bevölkerung aus. Scheuerle veranlasste den Ausbau von mehreren Tausend Kellern zu Luftschutzräumen. Ab 1943 kam der Bau von Pionierstollen hinzu und ab 1944 die Förderung zum Bau von Kleinbunkern, die vorrangig von entlegenen Gebäuden dienen sollten.
Am 23.Mai 1944 berichtet OB Karl Strölin der Ratsversammlung, dass für die 352.000 Einwohnern Stuttgarts zu diesem Zeitpunkt, rund 477.000 Schutzraumplätze zur Verfügung stehen. Nach den schweren Juli Angriffen 1944 gab es keine neuen Projekte mehr , ausser dem Bau von Pionierstollen. Die Menschen trauten ihren Schutzräumen im Keller nicht mehr.